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Nach dem Erlangen der Unabhängigkeit wurden große und auch erfolgreiche Anstrengungen zur Verbesserung der Bildung unternommen. Die Ausgaben für Bildung erreichten bis zu 40% des jährlichen Budgets des Staats. Ein weiterhin bestehendes Problem ist jedoch, dass die Universitäten in Afrika meistens mehr bemüht sind, westliche Lehrinhalte zu vermitteln, als das zu unterrichten, was der Gesellschaft zur selbstständigen Entwicklungsfähigkeit verhelfen würde. Dies hat zwei vorwiegende Gründe: Zum einen ist es die Wunschkarriere vieler Afrikaner, eine Stelle im ohnehin schon viel zu großen Beamtenapparat zu bekommen. Zum anderen sind geisteswissenschaftliche Diplome für die Regierung ganz einfach billiger als technische. Aus diesen Tatsachen wiederum resultiert das Problem, dass es zu wenige Lehrer für naturwissenschaftliche und technische Fächer gibt.

Geplant ist eine neunjährige Schulpflicht, aufgrund des Lehrermangels währe es jedoch zur Zeit noch gar nicht möglich, alle Kinder zu unterrichten. Die Rate der Kinder, die aus der entsprechenden Altersgruppe eine Schule besuchten, betrug 1992 ca. 70-75%. Dabei kann es jedoch sein, dass die tatsächliche Rate von der offiziellen abweicht, da es vorkommt, dass Kinder eine Schule besuchen, ohne angemeldet zu sein. Der Grund ist i.d.R., dass sie nicht in der Lage sind, die entsprechenden Gebühren zu bezahlen und dann mit Duldung der Lehrer unangemeldet am Unterricht teilnehmen.

In Bezug auf diese Quote gibt es große geografische Unterschiede: Während in der Volta-Region die Rate der Kinder, die eine Schule besuchten, bei 89% lag, waren es in den nördlichen Regionen des Landes (Northern, Upper East, Upper West) nur 50%.

Ich werde deshalb an einem technischen Internat, nämlich der Secondary Technical School Kaleo mitarbeiten. Meine Aufgabe ist insbesondere das Pflegen und evtl. Aufrüstung des Computerraums. Die Schule umfasst die Klassen 10-12 und wird von rund 400 Schüler(innen) im Alter von ca. 15-25 Jahren besucht. Sie liegt im Nordwesten Ghanas (Upper West Region) in der Nähe der Stadt Wa. Bisher gibt es leider insgesamt nur 8 veraltete PCs, sodass ein Transport von Computern oder Computerteilen nach Ghana sehr sinnvoll wäre. Wenn ich genügend Spenden bekomme, möchte ich versuchen, einen solchen Transport von — in Deutschland veralteten, dort aber gut brauchbaren — Computern zu organisieren.

Auch wenn die Zahl der Schüler pro Lehrer mit durchschnittlich 33 in der Upper West Region noch relativ annehmbar ist (Stand 1992), besteht doch insgesamt erheblicher Nachholbedarf. Ich bin deshalb zuversichtlich, in Ghana eine sinnvolle Hilfe zur Verbesserung der Bildungssituation leisten zu können.

Ausbildung in Ghana (en)
University of Ghana (en)



kordt.net/ghana